Oasen El Qasr und Farafra

Die Strecke heute war nichts mehr für alte Männer. Doch zuerst besuchten wir nach 40 km Fahrt die sehr schöne Altstadt von El Qasr. Die Altstadt wurde im Zuge der Erschließung des New Valley vor rund 30 Jahren aufgegeben. Es wird aber einiges erhalten. Ein Guide führte uns durch die Stadt und zeigte viele der Sehenswürdigkeiten. Das schöne ist, die Guides hier sind völlig unaufdringlich und man bezahlt was es einem Wert ist.





Dann aber die nächsten 300 km. Ein Sturm umgab uns. Einfach unglaublich. Manchmal versetzt es das Motorrad deutlich. Sand weht in den Helm und in die Augen. Dazu ist der Wind eiskalt. Wir frieren. Wir sind richtig glücklich in Farafra anzukommen. Leider gestaltete sich die Hotelsuche als Drama. Die Hotels haben etwas verzogene Preisvorstellungen. Am Ende landeten wir im Badawijya Hotel, einer wunderschönen Anlage mit Pool, super Zimmern, tollem Bad. Bei 18 Euro das Zimmer, jeden Euro wert.






Was wir leider wegen des Sturms, der seit gestern über uns hinweg fegt, aufgeben mussten, war der Plan in der Weissen Wüste zu zelten. Es ist einfach zu unfreundlich gerade. So wissen wir auch noch nicht, wie wir weiter fahren. Der Wind kommt überwiegend als Gegenwind und treibt den Spritverbrauch in Höhen, dass wir gegebenenfalls die letzte Etappe trotz Ersatzkanister nicht schaffen. Mal sehen wie es weitergeht.

Trüffelschwein

Am Abend, wir schlendern durch Mut, meinte Rolf plötzlich zu mir: „Trüffelschwein such“, wir brauchen ein Bier. 20 Minuten später, und glaubt mir, der Laden war versteckt und öffnete erst für uns:

Oasen Balat und Mut

220 Kilometer fahren sich rasch hier in der Wueste. Nahezu keine Orte, dafuer jede Menge NICHTS! Wir besuchten die alte Stadt von Balat (sehr sehenswert) und schlenderten durch Mut. Nebenbei gab es heute Waschtag. Auch mein Rucksack kam mal dran. Rolf wunderte sich ueber dessen neue Farbe!

Bilder von Balat:


Ein Wölkchen am Himmel

Heute sehen wir ein Woelkchen am Himmel. Nicht, dass es uns beeinträchtigen würde. Wir fragen uns nur: Wann haben wir die letzten Wolken gesehen. Wir erinnern uns beide nicht mehr!

Wo gibt es hier Sprit? Wuestentour fuer alte Maenner.

Los ging es linksseitig des Nils, dann auf den Western Desert Highway. Im Grunde erst mal ueber 100 km geradeaus. Fast nur Wueste um uns. Uns war klar, wir muessen nochmals tanken bevor wir zu den Oasen abbiegen. Al Kharga ist das heutige Etappenziel. Also nach Esna abgebogen, in der Erwartung dort Sprit zu bekommen. Aber Nein. Wir hangeln uns ewig am linken Nilufer entlang, kommen jedoch vor lauter kleinen Doerfern nicht voran. Dazu kommt, die Doerfer liegen alle an Nilkanaelen, es ist Zuckerrohr Ernte, und ueberhaupt ist hier alles archaisch und chaotisch.

Der Verkehr erinnert wieder an Kenia (warum in einem Kreisverkehr 270 Grad fahren, wenn 90 Grad doch schneller gehen, wenn auch gegen die Fahrtrichtung?). Man muss unglaublich auf der Hut sein. Dann ueberall Speedbreaker (Bumps) die nicht immer gut zu sehen sind. Und vor allem: Kein Benzin. Diesel ja. Am Ende fahren wir einen grossen Umweg und fahren nach Luxor bis wir Sprit bekommen. Dort fuellen wir die Tanks und die Reservekanister die wir uns besorgt hatten.

Nun endlich konnten wir in den Westen. Die Strecke lief unglaublich gut. Auf 250 km quer durch die Wueste kamen uns keine 10 Autos entgegen, dafuer gab es 4 Checkpoints, nirgends mussten wir die Paesse zeigen, immer verlief alles sehr freundlich. Die Strecke fuehrt durch wunderbare Wuestenlandschaften mit teilweise atemberaubend schoener Szenerie. Und bei alledem: Die Strasse ist bis auf wenige Kilometer super geteert, eine echte Wuestenfahrt fuer alte Maenner eben.

El Kharga selbst ist bizarr. Vierspurig ausgebaute Strassen, voll beleuchtet, nur nichts los. Alles ist wie tot.


Warten. Starten. Lecker Essen.

Heute Morgen sammelten sich diejenigen, die mit ihren Fahrzeugen in Ägypten einreisen wollen. Noch schnell Geld geholt, Passkopien angefertigt, dann das Gepäck in einen Transporter und zum Hafen raus. Um es klar zu sagen: Alles ist organisiert, inklusive des Transports und was noch so am Zoll kommt. Wir reagieren nur, agieren tun andere für uns.
Dann: Carnet raus, Formulare ausfüllen, zig mal irgendwo unterschreiben und: Warten!
Um 12 sind wir mit allem durch, nur die Nummernschilder fehlen noch. Die holt jetzt einer in der Stadt. Also wieder: Warten! Am Ende wird es 15 Uhr bis wir mit allem fertig sind. Damit ist unser eigentliches Plan, heute noch nach Edfu zu fahren hinfällig. So sehr uns Assuan gefallen hat, dort wollen wir nicht mehr hin. Uns zieht es weiter. Wir finden im Reiseführer eine nett beschriebene Unterkunft nördlich von Assuan: Adams Home. Welch ein Glücksgriff! Es ist ein nubisches Haus, sehr freundliche Leute, Zimmer ähnlich denen der Höhlenwohnungen von Matmata. Und dann das Abendessen.. Hühnersuppe, Hühnchen, Reis, Auberginengemüse, alles vom feinsten. Wir schwelgten.
Leider wollten des Nachts die Moskitos an uns schwelgen…


Die Zivilisation hat uns wieder

Wie schön ist es, ein Bad zu haben das funktioniert. Eine Toilette mit Spülung, die funktioniert. Eine Dusche mit heißem Wasser. Ein Fußboden der einigermaßen sauber ist. Ein Bier am Abend! *Freude*

Den Morgen nutzten wir um die kommenden Tage zu planen. Es liegen lange Strecken vor uns, nach Internet Recherche zu lange für unsere Tanks. Damit gilt es morgen einen oder zwei Kanister zu organisieren.

Die Idee zwei Tage mit einer Felukke den Nil ab zu segeln verwarfen wir, denn a) macht das Schiff kaum Distanz, und b) habe ich nach wie vor die Not regelmäßig ein Örtchen aufzusuchen. So nehmen wir heute Nachmittag eine für 2 Stunden. Kosten: Rund 12 Euro.

Der Tag lehrt uns: Alles verhandeln. Bevor man es in der Hand hat. Auch Kaffee und Tee. Immer nachzählen. Regelmäßig wird das Rückgeld nicht oder zu wenig herausgegeben. Natürlich wird es dann erst recht eingeklagt!



Den Nachmittag verbrachten wir in einer Felukke segelnd auf dem Nil. Ich hätte nie gedacht, dass das so schön sein kann.



Morgen geht es hoffentlich los in Richtung der Oasen, durch die Wüste. Wüste heisst, nördlich von Assuan, bei Esna nach Westen und in die Oasen Baris, El Khärga, Mut, Farafra, Weisse Wüste, Schwarze Wüste, Bawiti, dann Kairo.
Somit gibt es, so alles wie erhofft klappt, ein paar Tage keinen Eintrag mehr im Blog.

Überfahrt und Einreise

Die Überfahrt zieht sich. Um 21:00 Uhr legen wir uns schlafen, nicht, dass das alle hier täten. Es ist eh wie ein schlimmes Lagerleben… immer läuft irgendwo Musik, rumgerenne, und wir sind froh unsere Isomatten nicht an Deck ausbreiten zu müssen, das wäre ganz schön kalt! So liegen die Isomatten auf den Bänken und wir einigermassen bequem darauf.

Um zwei in der Nacht schrecke ich hoch. Neben mir ein riesen herumgebrülle, und zack hat einer die Faust im Gesicht. Die Streithähne legten sich schon die ganze Zeit miteinander an, aber mitten in der Nacht?


Die Fähre legte um 11 an, aber dann wurde erst Gepäck entladen… 1,5 Stünden später kamen wir dran. Das Gedränge kann ich gar nicht beschreiben, am schlimmsten waren die Frauen. Plötzlich wurden wir abgefangen. Unser Geist aus Wadi Halfa hatte uns seinen Kumpel in Assuan geschickt. Der schleuste uns, 2 weitere Deutsche und 4 Mitsubishi Fahrer aus Südafrika mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch den Zoll, das war absolut der Hammer!

Jetzt liegen ein lässiger Nachmittag und ein entspannter Freitag in Assuan vor uns. Da morgen Freitag (und damit Sonntag) ist, gibt es die Mopeds erst am Samstag. Aber Assuan ist groß und bietet einiges – das passt also.
Ach ja: Wir trafen die Südafrikaner wieder, mit denen wir Marsabit – Moyale gefahren waren. Dünn sind sie geworden! Es war leider nur ein kurzes, dafür aber um so herzlicheres Hallo! Ich hoffe deren Tour klappt jetzt reibungsloser.

Super Kontakt in Assuan um die Zollformalitäten zu erledigen: